Latex

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Latex

1851 wurde auf der Weltausstellung in London erstmals Gummi als technisches Material präsentiert. Charles Nelson Goodyear erzeugte es aus dem weißen Milchsaft (Latex) des Kautschuk Baumes (Hevea brasiliensis). Durch Beimischung von Schwefel und hohen Temperaturen werden die langkettigen Kautschuk Moleküle durch Schwefelbrücken verbunden, dabei gehen die plastischen Eigenschaften des Naturkautschuks verloren, der Stoff wird elastisch.
Heute wird ein Großteil des Gummis zur Herstellung von Reifen verarbeitet, aufgeschäumt liefert er das ideale Ausgangsmaterial zur Fertigung von Latex-Matratzen.

Begriffe

Latex

Latex ist der weiße Saft, welcher meist aus dem Gummibaum, Hevea brasiliensis gewonnen wird. Der milchige Saft ist eine Lösung aus Wasser, Kautschuk, Eiweißen, Harzen und Mineralstoffen. Der Baum nutzt den Saft um Wunde in der Rinde wieder zu verschließen, gewonnen wird sie durch Anritzen der Baumrinde. Der überwiegende Anteil des aus Latex gewonennen Kautschuks wird in Plantagen gewonnen. In Brasilien wird er weiterhin nur aufwändig als Sammlerprodukt in eigens eingerichteten Nutzreservaten gewonnen.
Der Vorteil von Gummibaumplantagen besteht in ihrer Nachhaltigkeit, Kautschukbäume können bereits zwischen fünf und acht Jahren geerntet werden, wird ein Baum sorgfältig behandelt, liefert er Latex bis er 40 Jahre alt ist. Nachhaltig bedeutet, es ist nicht notwendig, ein neues Feld zu roden, auf einer Gummibaumplantage können immer wieder Bäume gepflanzt werden.

Für die Verarbeitung zu Matratzen wird der Latexsaft eingedickt und in der Regel mit Ammoniak stabilisiert.

Die fünf wichtigsten Produzenten sind Thailand, Indonesien, Malaysia, Indien und die Volksrepublik China.

Synthesekautschuk

Naturkautschuk ist gegen Alterung relativ empfindlich, deswegen wurde schon frühzeitig versucht einen künstlichen unempfindlichen Kautschuk herzustellen. 70 % des weltweiten Kautschukbedarfs werden für die Reifenindustrie verwandt, wobei die meisten Autoreifen aus Synthesekautschuk hergestellt werden, lediglich Hochleistungsreifen enthalten einen hohen Anteil an Naturkautschuk. Künstlicher Kautschuk wird aus Erdölprodukten erzeugt unter Einsatz von diversen u. a. Lösungsmitteln und Weichmachern. Synthesekautschuk wurde z. B. mit dem Ziel entwickelt, Dichtungen in Maschinen langlebiger oder unempfindlicher gegenüber Lösungsmitteln zu gestalten, Matratzen jedoch benötigen die besondere Elastizität des Naturkautschuks.

Vulkanisation

In einem technischen Verfahren wird ein Gemisch aus Natur- und Synthesekautschuk mit Schwefel, Katalysatoren und Zinkoxid bei einer Temperatur von 120°C bis 160°C „gebacken“, dabei bilden die langkettigen Kautschukmoleküle Schwefelbrücken untereinander, vereinfacht ausgedrückt, je mehr Schwefelbrücken sich bilden, desto härter wird der Gummi. Bei der Alterung werden die Schwefelatome durch Sauerstoffatome ersetzt, der Stoff wird brüchig.

Talalay Latex

Im Talalay Latex Verfahren wird die flüssige Kautschuk Masse in die Gußform gefüllt und ein Vakkum erzeugt, was dafür sorgt, dass die das Material sich besser verteilt und ungewollte Lufteinschlüsse verhindert. Sodann wird das Gemisch auf bis zu -30°C herunter gekühlt, bevor es im Vulkanisierungsprozess erhitzt wird. Die Abkühlung bewirkt, dass sich die letzten noch vorhandenen Luftmoleküle gleichmäßig verteilen und das Endprodukt eine kreisrunde offenporige Zellstruktur erhält, was nicht nur eine bessere Elastizität verspricht, sondern auch eine optimale Durchlüftung. Das Verfahren verbraucht sehr viel Energie, so dass sich die Preisunterschiede zu konventionell hergestellten Latex-Matratzen von selbst erklären.